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Empathische Verbindung

Ein Projekt wie Hack The Web besitzt viele Ebenen und unterschiedliche Ziele. Ich freue mich darüber, wenn die Nutzerzahlen steigen, Menschen wiederkommen und Aufgaben gelöst werden. Doch neben diesen nackten Zahlen frage ich mich manchmal, ob es nicht auch noch größere Dinge gibt, die ich mit der Plattform erreichen möchte.

Der Aufbau von empathischer Verbindung könnte ein solches Ziel sein. Ich möchte über die Grenzen meiner eigenen Vorstellung springen und Menschen erreichen. Für mich macht diese Perspektive Sinn, weil ich viel Zeit damit verbracht habe, nach dieser empathischen Verbindung zu suchen in meinem Leben. Ich habe gelernt, die feinen Unterschiede zu erkennen. Ich habe viele Fehler gemacht, die ich bereue.

Wie macht sich das in der Entwicklung bemerkbar? Ich denke in vielen kleinen Interaktionen. Ich habe mich länger zurückgehalten, die Webseite für Handys zugänglich zu machen - bis ich jetzt im letzten Update einige Sachen für mobile optimiert haben. Ich habe mich aktiv für die deutsche Sprache entschieden, obwohl es viel einfacher wäre, alles auf englisch zu entwickeln. Ich habe einige Arbeit in die visuelle Gestaltung gesteckt, auch wenn ich darin nicht so viel Erfahrung hab und nur recht langsam vorankomme. Ich habe mich auch sehr lange geweigert, Hinweise einzubauen - und jetzt habe ich das COMLINK. Ich habe Minecraft integriert, weil das in Zielgruppe beliebt ist - und es daneben mit IT verbunden. Ich nutze Experimente, um den Erfolg der Aufgaben und von neuen Entwicklungen zu testen, weil ich weiß, dass meine theoretische Perspektive unvollständig ist und ich ziemlich oft falsche Vorhersagen treffe bezüglich der Lösbarkeit von Aufgaben. Ich frage nach Feedback und versuche, auf alle Stimmen einzugehen und zumindest zu verstehen, auch wenn ich nicht jede Meinung teile.

Ich muss aber sagen, dass im Vergleich zu echten, guten zwischenmenschlichen Interaktionen das im Vergleich nur ein schwaches Abbild ist. Ich weiß immer noch nicht, wie ich dieses intensive Gefühl von “gesehen werden” nachbauen kann, dass ich die letzte Woche an verschiedenen Stellen erlebt habe. Wie rede ich nur darüber??? Wie kann ich argumentieren, dass dieses Gefühl wertvoll ist? Es ist eine wahnsinnig queer-typische Erfahrung.

Social Media, AI, Youtube sind nicht so hilfreich, im Gegenteil, sie machen vieles meiner Arbeit kaputt und ich verliere viel Energie darin. Es ist echt schwer, sich da rauszuhalten, uff.

Gleichzeitig tut es ziemlich gut, den großen Brocken “Storyline” endlichen in trockenen Tüchern zu haben. Da ist ein riesiger Backlog weg und ich kann entspannter in die Zukunft blicken und mich wieder auf Programmierprojekte konzentrieren. Und die Storyline hatte ja als Gesamtziel, gerade diese empathische Verbindung auf nochmal einer weiteren Ebene auszubauen. Auch hier gilt wieder: es ist nicht mein stärkstes Pferd, aber ich mache es, weil es mir wichtig ist. Und nach der Iteration bin ich schon am Überlegen, wie ich die Geschichte noch weiter entwickeln kann.

Wenn ich mir was wünschen dürfte? Es wäre eine operationaler Messwert für diese empathische Verbindung. Damit es nicht so schwer ist, sich jedes Mal wieder hier reindenken zu müssen.