Es ist ein guter Moment, ein wenig die Perspektive zu Öffnung und gleichzeitig die Erfolge der letzten Monate zu feiern. Ich habe auf Hack The Web einige Neuerungen eingeführt, sehr prominent dabei ist die Storyline, die mir viel Schweiß gekostet hat und hoffentlich auch auf Ressonanz stößt. Visuell wurde einiges hübscher gemacht - Menüs, Landing-Page, Challenge-Ansicht, Themes, der Community-Bereich ist übersichtlicher, es gibt sogar eine Schwierigkeits-Auswahl am Anfang. Änderungen an den Inhalten laufen nun über Experimente und ich erreiche damit eine strengere Qualitätskontrolle.
Ich weiß immer noch nicht, was “echtes Hacken” ist. Ich weiß auch nicht, ob mir echtes Hacken so viel Spaß machen würde. Ich habe das Privileg, diesen Ort auf eine Art zu gestalten, wie ich es für sinnvoll erachte. Manchmal muss ich mir das auch immer wieder in den Kopf rufen: Ganz im Kern baue ich diese Webseite ja eigentlich für mich. Das hat was starkes. Es gibt dem ganzen eine Art von Persönlichkeit und Seele. Es ist manchmal schwer, der Verlockung von großen Zahlen und Macht und Reichweite zu widerstehen. Ich würde sagen, phasenweise habe ich in solchen Kategorien gedacht. Aber jetzt, wo ich meinen Fokus wieder mehr verteile auf hier und Karol, da kann ich meine Gedanken auch wieder mehr weiten - und das Projekt auch so für sich stehen lassen.
Manchmal überlege ich mir auch, was eigentlich das Gegenteil von “Hacking” ist - ich überlege die ganze Zeit von Hacken, Hacken und Hacken … da frage ich mich, ob es überhaupt das Hacken ist, das mich begeistert. Und vielleicht ist es gar nicht das Hacking. Ich denke mir zum Beispiel: Um Freundschaften aufzubauen, braucht man ganz andere Skills als zum Hacken. Um ein Projekt wie Hack The Web zu bauen, muss man ganz anders denken, als ein Hacker. Es braucht Empathie, Bereitschaft für Verletzlichkeit, Kommunikation, Suche nach einfachen Lösungen. Ich bin auf der anderen Seite: ich muss schauen, dass Leute mich nicht hacken können (oder können, aber keine Macht daraus ableiten). Vielleicht ist der Witz, dass Hack The Web mehr Hacking-Themed ist und ich im Kern eigentlich vor allem nette Rätsel und coole Interaktionen verpacke. Ist es ein Spiel? Eine Lernplattform? Ein CTF?
Ich lasse mich von allem inspirieren. Und wenn es den Leuten gefällt, dann noch besser. Ich möchte mir vornehmen, positives Feedback noch mehr zu feiern. Es tut gut, das Feedback zu lesen, es kommen auch oft sehr gute Ideen rein. Und insgesamt möchte ich das mehr zeremoniell sehen: es ist was Einzigartiges, ein Geschenk, ein wertvoller Schatz, wenn ich einem Menschen eine gute Zeit schenken konnte.
So langsam nähere ich mich der 100.000. Vielleicht ist es Ende 2026 so weit, spätestens Anfang 2027. Das ist schon eine crazy Zahl. Wo kommen die Menschen her? Wo gehen die Menschen hin? Entstehen Netzwerke? Entstehen Verbindungen? Ich behalte ein leichtes YoY-Wachstum, das ist auch insane. Naja, ich habe ja oben erwähnt, dass ich weniger an reinen Zahlen interessiert bin. Naja, das ist vielleicht diese Verlockung. Es tut aber auch gut, ein paar Meilensteine zu markieren, dann kann ich sagen: schau, das war der Moment, an dem XY passiert ist. Also, 100k möchte ich erreichen als nächstes (haha, ist es nicht einfach ein willkürliches Ziel??). Wie eine Silber-Play-Button, ein bisschen.
Konkrete inhaltliche Arbeit bezieht sich auf die weitere Entwicklung der Aufgaben. Grundsätzlich hab ich mit dem Schwierigkeitsgrad schon eine gute Mitte getroffen. Aber ich möchte da nicht aufhören - es macht mir ja Spaß, mir neue Aufgaben auszudenken und existierende Aufgaben zu überarbeiten. Evlt. finde ich auch noch eine noch bessere Integration mit Hinweisen. Das Experiment-System ist wirklich eine krasse Hilfe. Mein “Data-Insight-Flywheel” ist am Laufen.
Haha, das Quiz ist … so lala. Es existiert, aber erzeugt jetzt nicht so eine Begeisterung wie im Vergleich zu den Challenges. Was gut ist, wichtiger Realitätscheck. Trotzdem vielleicht etwas schade. Vielleicht kann ich den Slot doch für was anderes verwenden?
Ich bin auch am überlegen, ob ich nicht mal eine thematische Season mache zu irgendeinem Thema, das mich fasziniert. Das ist immer eine nette Art, neue Dinge, die auch für mich herausfordernd sind, auszuprobieren.
Ach, das Fazit ist ziemlich langweilig: es wird ein ruhiges Jahr. Es sind keine großen Änderungen geplant, die Struktur bleibt, und wenn es Verbesserungen geben soll, dann sind diese inkrementell. Ich weiß nicht, ob das eine gute Produktvision ist. Es ist auf jeden Fall keine 10x Vision. Vielleicht ist das auch das eigentliche Fazit: das ich mir 2026 nehmen möchte, um für Hack The Web eine größere Vision zu entwickeln und herauszufinden, wie weit ich damit noch wachsen möchte.