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Impulse setzen

Der Kurzfilm Unterstanding Understanding hängt bei mir seit Wochen im Kopf. Dort wird unter anderem thematisiert, dass es drei Stufen des Rollenverständnisses von Lehrenden gibt: auf der unteren Stufe sieht man sich als Sortierer. Auf der mittlereren Stufe verändert sich der Fokus auf das, was man als Lehrende tut: Vorträge, Interaktionen, Aufgaben. Diese werden optimiert und der Erfolg daran gemessen. Dann gibt es noch die höchste Stufe, wo die Tätigkeit der Studis im Fokus steht.

Ist auch klar, dass das die höchste Stufe ist, weil sie auch am schwersten ist: Mein Erfolg als Lehrerin misst sich daran, was Studis tun. Ich kann ihr Lernen nicht ersetzen. Es ist eine große Indirektion und mit unter auch ein Kontrollverlust.

Deshalb ist jede Session auch immer ein kleines Abenteuer. Ich gestalte Räume und Angebote, mit denen die Studis interagieren können. Ich behalte mir zwar einige frontale Abschnitte bei (haha, ich stehe gerne vorne und Menschen lassen sich auch gerne mal berieseln), aber viele Phasen bestehen auch darin, dass ich nur den Impuls setze und darauf eine bestimmte pädagogisch wertvolle Reaktion erwarte.

Das ist manchmal nervenaufreibend, weil ich im Moment nichts mehr machen kann, zumindest nicht mehr viel. Es ist nicht immer vorhersagbar, wer mitmacht, wer Spaß daran hat, wie die Dynamik ist. Gleichzeitig ist es aber auch super wichtig, diesen Raum anzubieten, weil das die coolsten Lernmomente sind. Für mich heißt es aber auch, mich selber zurückzunehmen, wenn ich zum Beispiel das Erlebnis von Herausforderung schaffen möchte.

Digitale Plattformen machen diesen Gedanken noch expliziter, dort bin ich ja gar nicht mehr anwesend, sondern nur in der Rolle des Impulses. Und das macht mir auch Spaß, daran zu tüfteln, was den Leuten gefallen könnte. Es braucht viel kausales Wissen: Wenn ich A tue, dann reagieren Menschen wahrscheinlich mit B/C/D und darauf aufbauen kann ich weitere Aktionen einbauen. Es ist auch wichtig, zu beobachten und Probleme zu identifizieren.

Ich genieße es, wenn Menschen gute Lehrwerke zur Verfügung stellen, die Spaß machen zu entdecken. Diese Freude möchte ich Teilen und in dem Prozess mein Handwerk auch verbessern.

Und frohe Weihnachten! Gerade noch rechtzeitig fängt es an zu schneien.