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Menschen und Objekte

Ich bin die letzten Tage auf das Konzept der Objektifizierung, besprochen v.a. im Kontext von entwürdigendem Verhalten Frauen gegenüber. Und dann habe ich bemerkt, dass das Internet ja eine ganz große dabei spielt, die Objektifizierung voranzutreiben.

Unglücklicherweise nutzt das Paradigma der Objekt-Orientierten-Programmierung zufällig den gleichen Begriff. Informatiker lieben es, mit Objekten zu arbeiten. Dinge kann man herstellen und wegwerfen, man kann sie besitzen, weitergeben, modifizieren, seinem eigenen Willen anpassen…

Wo liegt die Grenze? Technisch gesehen werden aus Menschen nur noch Benutzer-Objekte, mit denen das System interagiert. Aus technischer Perspektive ist das in Ordnung und effizient. Aber wie sieht es mit den Menschen aus, die mit dem System interagieren? Wie fühlt es sich für diese Menschen an, zu einem Objekt reduziert zu werden?

Das Thema schließt gut an den letzten Beitrag zur Empathie an (denke ich). Es gibt diesen unangenehmen Moment, wenn in meinem Kopf aus Menschen plötzlich nur noch Zahlen werden, abstrakt, funktional.

Umgekehrt fände ich es schade, wenn Menschen Hack The Web nur als Objekt sehen. Ich möchte ja diese Verbindung aufbauen und ich möchte, dass eine Art Zusammenarbeit entsteht. Die Storyline ist in der Sicht interessant, weil ich damit aktiv eine Personifikation anstrebe. Die Aufgaben bekommen einen Kontext, ein Gesicht, eine Geschichte.

Es ist philosophisch anregend, die Plattform und das Internet aus dieser Sicht zu betrachten. Vielleicht lassen sich weitere Schmerzenspunkte, die ich erlebe, unter diesem Schirm verstehen.

Eine informationstheoretische Perspektive zeigt auch: Wir können gut mit vielen Objekten und Dingen umgehen, aber für Menschen haben wir nur begrenzte Speicherplätze, weil diese Plätze teuer sind. Wir speichern uns viel mehr Kontext und Informationen. Es gibt einen Rythmus von Kennenlernen, Hoch-Phase und Abschied.

Wenn ich eine Vision für Hack The Web habe, dann vielleicht die, dass die Plattform mehr/noch mehr Lebendigkeit erhält. Und dass die Interaktionen sich anfühlen, wie eine Begegnung mit einem Menschen. Ein Ort, den du vermissen kannst. Ein Ort, den du mitgestaltest. Ein Zuhause.