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Gatekeepers und Underdogs

Ich mag Geschichten von Underdogs, die sich gegen große Imperien aufrichten und es schaffen, Erfolge gegen alle Widerstände zu erzielen. Ich romantisiere das natürlich immer bisschen. Ich suche nach diesem Gefühl der Befriedigung, wenn Machthaber ihre Position verlieren, weil sie sich selber überschätzen. Damit kommen wir zu den Gatekeepers, die sich ihrer Macht irgendwie übertrieben bewusst sind und dann anfangen, andere Menschen auszuschließen.

Ich hab ein paar verstreute Gedanken zu dem ganzen Thema. Die erste Sache ist: wenn man Gatekeeper ist, sollte man sich wirklich sicher sein, dass man wirklich auch in der Machtposition ist, das auszuführen. Weil was ich aus der Beobachtung gelernt habe: eine Gatekeeper-Rolle bringt nichts, wenn sich niemand mehr für dich interessiert. Ich finde, dass ist auch die beste Art, mit solchen Orten umzugehen: sie ignorieren. Dadurch tut man sich selber am besten einen gefallen.

Im Bereich der Academia passiert es schon mal schnell, dass Menschen versuchen, sich in Gatekeeper-Rollen zu sehen und über das Schicksal anderer Menschen zu bestimmen. Ich glaube, deshalb hab ich grundsätzlich wenig Interesse daran, in einem formalen Themenbereich (wie Mathe, Informatik) in die akademische Welt einzusteigen. Ich sehe leider immer wieder viele Orte, an denen Menschen - ich würde auch sagen aus ganz natürlichem Selbsterhaltungstrieb - anfangen, ihre eigene Arbeit zu überhöhen.

Weil irgendwie muss man ja die Arbeit rechtfertigen, nicht? Die Frage ist, welches langfristige Ziel man sich setzt. Denn die alleinige Überlegenheit einer Methode ist leider kein genügend starker Grund für die praktische Umsetzung. Wenn man ein Projekt langfristig auf eine Basis stellen will, muss man ständig neue Menschen onboarden. Das ist so wichtig: der Einstieg. Das braucht Empathie, Feingefühl, Pragmatismus, den viele Gatekeeper nicht bieten.

Und damit kommen wir zu den Underdogs, die genau an dieser Stelle stark sind und dadurch Menschen auf ihre Seite bringen - die vielleicht schon von Gatekeepern eingeschüchtert wurden. Ich halte es mal abstrakt, aber ich denke an eine ganz konkrete Entwicklung im Bereich von Proof Assistents.

Was ich vielleicht einfach sagen möchte: Ein Imperium fällt schnell. Es gibt immer wieder diese Gelegenheiten für Underdogs. Und vielleicht ist manchmal der Weg über Empathie und Einbezug von neuen Menschen, der schließlich zum Erfolg führt.