Ich möchte eine Serie an Posts starten, in denen ich Paper lese und diese wertschätze. Ich möchte ja langsam auch in den wissenschaftlichen Bereich durchstarten und da lohnt es sich schon, sowohl mehr Erfahrung zu sammeln - und letztlich auch die Arbeit der Wissenschaftler wertzuschätzen. Weil, hey: wenn ich ein Paper schreibe, dann freue ich mich ja auch, wenn andere Menschen es lesen und wertschätzen. Dieser Kreislauf funktioniert nicht, wenn ich nicht selber auch GERNE solche Paper lese und Besonderheiten festhalte.
Heute starten wir mit “A River of Tears Is a Valid Answer?”: Social Science Graduate Students’ Experiences Learning Programming for Research. Der Titel hat mich sofort gecatched, weil es deutet an, dass es hier um einen Schmerzpunkt geht und das finde ich immer spannend - es ist wertvoll, den Blick auf Menschen zu werden und ihre Nöte zu beleuchten.
In einer Interview-Studie wurden über ein Dutzend PhDs befragt, wie sie programmieren gelernt haben, welche Barrieren sie dabei gefunden haben und welche Dinge sie sich wünschen. Seite 7 fasst das gesamte Ergebnis in einer Graphik zusammen. Schon crazy, man kann sich eigentlich den gesamten Text sparen und sich nur diese Graphik anschauen und nimmt alles mit :)
Joa, es ist tuff. Die Einsamkeit meiner Leute regt zum Nachdenken an, die Quoten sind ziemlich aufschlussreich, ich finde das das zweite Highlight, da muss man sich nicht durch den ganzen Text fühlen, sondern kann einfach mal erleben, was passiert.
Das Paper ist schön kompakt: es wurde eine Studie durchgeführt, die RQs und die Antworten sind sehr klar dargestellt und die Methode ist sauber. Eigentlich auch ein ziemlich schlichter Ansatz, eigentlich gar nicht fancy, hört sich nach manueller Codierung an, paar Leute rekrutiert und so weiter.
Überrascht mich das Ergebnis? Ich kann schon verstehen, dass die Uni die Leute mehr oder weniger ins kalte Wasser schmeißt. Fast alle arbeiten mit R, haha. Diese Sprache bringt viele Leute zum Verzweifeln. Ist ja auch nicht ganz ohne. Die LMU bietet immerhin R-Kurse an, das ist doch schon mal was. Es wäre spannend auch mal zu schauen, wie es um die R Ressourcen online bestellt sind. Naja, wenn ich R-Kurse anbieten würde, wäre diese Umfrage schon ein sehr nützlicher Leitfaden. Die hohe extrinsische Motivation würde mich aber bisschen nerven, nicht? Weil die Leute ja ein klares Ziel haben und dadurch meine Instruktion eher so als Vehikel verstanden wird.
Kein wirklicher Schluss, wurde von einer Email abgelenkt, haha :)